Ich wiege, also bin ich …

Federleicht und frei von Sorgen, die dich am Fliegen hindern – so wünsche ich dir heute durch diesen sommerlichen Tag zu schweben. :)

federleicht

Das „federleicht“ bezieht sich übrigens nicht auf die Zahl, die du auf der LED-Anzeige deiner Waage ablesen kannst … 

Viel zu viele Menschen (überwiegend Frauen) lassen sich jeden Morgen oder gar mehrfach täglich von diesem kalten Messgerät unter ihren Füßen vorschreiben, wie sie sich zu fühlen und was sie heute zu essen haben. 

Sich abzugewöhnen, den Tag mit der Kontrolle des Gewichts zu beginnen, wäre eine gute und absolut erleichternde Maßnahme. Alle paar Tage reicht völlig – wenn überhaupt. Gar keine Waage zu besitzen wäre natürlich die Königsklasse. :)

Keine Ahnung, wie es dir geht, ich jedenfalls kann mein Gewicht sehr gut einschätzen, sagen wir mal plus/minus ein Kilo. Wir spüren doch, ob die Hose kneift, der Gürtel ein Loch weiter sein muss oder was auch immer. Wozu dann auch noch auf die Waage steigen und sich den Tag von einer rotblinkenden Digitalanzeige versauen lassen?

Ja, ich weiß … leichter gesagt, als getan. Von frühester Jugend an habe ich mein Gewicht ebenfalls meist mehrfach täglich  kontrolliert, mein Hirn war nicht einmal mehr in der Lage, zu kapieren, dass eine „Zunahme“ von hundert Gramm kein Drama ist und meine Speckpolster damit vermutlich eher wenig zu tun haben.

waageAls ich vor Kurzem von einer jungen, magersüchtigen Frau genau darauf angesprochen wurde und sie mich mit ernsthafter Verzweiflung gefragt hat, wie es denn sein könne, dass sie den ganzen Tag über eine halbe Möhre und ein paar Tomaten gegessen habe, die Waage am folgenden Morgen aber trotzdem hundert Gramm mehr angezeigt habe, war das fast, als hielte sie mir einen Spiegel vor.
Ich fand es richtig, richtig schlimm, zu sehen, wie sehr sie in ihrer auf ihr Körpergewicht fixierten Welt gefangen ist, kaum mehr fähig, einen klaren Gedanken zu fassen, Sklave von so etwas Nüchternem wie einer Zahl.

Vielleicht kannst du aktuell noch nicht darauf verzichten, allmorgendlich auf die Waage zu steigen, vielleicht möchtest du aber ja mal versuchen, dich selbst ein bisschen auszutricksen. ;)

Du könntest dir in LED-ähnlicher Optik einen Zettel mit deinem Wunschgewicht basteln und ihn auf die Anzeige deiner Waage kleben. Je realistischer das Ergebnis aussieht, umso besser.
Als ich das vor Jahren zum ersten Mal gemacht habe, lagen grob geschätzt 25 – 30 Kilo zwischen tatsächlichem und aufgepapptem Gewicht und obwohl ich das natürlich wusste, bin ich erstmals seit ewigen Zeiten mit einem breitem Grinsen im Gesicht von der Waage gestiegen. Ich hatte mein Ziel tatsächlich vor Augen, es war sichtbar geworden und gehörte nicht länger in meine Fantasiewelt.

Diese Kontrolle gar nicht mehr zu brauchen, wäre zwar besser, aber man kann einem Menschen nichts wegnehmen, was eine große Bedeutung für ihn hat, ohne ihm – zumindest vorübergehend – einen halbwegs brauchbaren Ersatz zu bieten.
Ob das aufgemalte Wunschgewicht diesen Zeck auch für dich erfüllen kann, weiß ich nicht, mir jedenfalls hat es geholfen, den Tag zwar mit meinem gewohnten Ritual, aber dennoch mit guter Laune zu beginnen (was den weiteren Verlauf eines Tages in nicht unbedeutendem Ausmaß beeinflusst …).

waagstein

Eine Waage hat irgendwas mit Körpern und Gegenständen und ihrem Bezug zur Schwerkraft zu tun. Irgendwas Physikalisches – und ich hatte es schon in der Schule nicht so mit Physik. ;)

Ein Waage sagt rein gar nichts darüber aus, ob du ein mitfühlender Mensch bist, ob du ehrlich bist, zuverlässig, für andere da.  Sie hat nicht den Hauch einer Ahnung davon, welche Stärken, Möglichkeiten und Talente du hast und sie wird deine wahre Schönheit niemals messen und in irgendwelche Zahlen umrechnen können.

Du bist so viel mehr, als eine Nummer und ich wünsche dir von Herzen, dass du Wege findest, deinen tatsächlichen Wert zu erkennen.

Hab einen schönen Tag! ♥
Rebecca

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